Zu diesen haben wir auch eine Meinung, die wir auch gerne bereit sind zu vertreten (und auch persönlich dahinter zu stehen).
- Das veränderte Landschaftsbild – die Windräder schauen nicht schön aus?!
Zunächst liegt Schönheit im Auge des Betrachters. Ich persönlich finde Windräder an sich durchaus ästhetisch. Sie zeigen mir jeden Tag, dass das bischen Wind soviel Kraft mit sich führt, dass wir all unsere elektrischen Annehmlichkeiten behalten können und trotzdem die Umwelt nicht belasten.
Der Vergleich macht mich sicher. Ich möchte lieber einen Horizont mit sich sanft drehenden Windrädern haben als einen Hintergrund mit rauchenden kalorischen Kraftwerken oder Industrien. Jeder, der schon mal Richtung Schwechat geschaut hat, sollte verstehen, was ich meine. Und wenn wir auch durch das Aufstellen von ein paar Windrädern die Raffinerie noch nicht obsolet machen, so ist das ein Schritt in die richtige Richtung – und das ist wichtig für unsere Kinder!
- Die Finanzierung – wer bekommt wie viel Geld
Ja, man hätte die Windräder auch anders finanzieren können und so mehr für die Gemeinde (die Bewohner Himbergs) lukrieren können. Beispielsweise dadurch, dass man selbst die Windräder betreibt. Dieser Zug ist allerdings abgefahren und wäre möglichweise gar nicht so erstrebenswert gewesen.
Dadurch hätte man nämlich auch das gesamte Risiko getragen und die gesamte Abwicklung erledigen müssen. Durch das Modell mit einer Betreibergesellschaft bleibt das gesamte Risiko bei dieser und die Gemeinde bekommt einfach Geld für das zur Verfügungstellen der Standorte. Außerdem hat die Betreibergesellschaft bereits Erfahrung mit anderen Windparks und kennt bereits Tücken und Hindernisse.
Und ja – die Grundbesitzer, auf deren Gründen die Windräder schließlich errichtet werden, bekommen auch Geld. Und ich bin es ihnen auch nicht neidig. Das ist ein Geschäft zwischen den Betreibern und den Bauern. Wenn sie viel bekommen – schön. Wenn sie wenig bekommen – auch schön.
Robert Sack - 10. Feb, 18:00
Die Windkraftgegner „argumentieren“ im Stil von
Verschwörungstheorien. Hier wird stark mit Ängsten und Glaubenssätzen gearbeitet. Beide können rational kaum widerlegt (allerdings auch kaum bewiesen!) werden. Mit einer sachlichen Auseinandersetzung hat dies allerdings nichts zu tun. Sich hier auf eine Diskussion einzulassen ist ähnlich erfolglos wie einem Anhänger einer Verschwörungstheorie „nachzuweisen“, dass die Wahrheit möglicherweise einfacher ist, als er glaubt.
Um hier allerdings nicht „kampflos aus dem Ring zu steigen“, sind hier einige Überlegungen die zum Nachdenken anregen sollen.
Machen Sie sich selbst ein Bild!
- Es hat sich hier eine „Bürgerinitiative“ formiert. Welche Bürger eigentlich? Diese Bewegung erscheint ziemlich anonym und gesichtslos. Warum wohl?
- Es hat den Anschein, dass es sich bei den Gegnern um am Ortsrand zugezogene „Wochenend-Himberger“ handelt. Diese haben sich an Baggerseen häuslich eingerichtet und fürchten um ihre Aussicht. Dass sie selbst in einem infrastrukturell kaum erschlossenen Gebiet wohnen und daher alles mit dem PKW erledigen müssen, bedenken sie nicht. Ebensowenig, dass die Bungalows neben einem Baggersee auch nicht gerade eine Zierde der Landschaft sind.
Aber sie sind jetzt da und jetzt hätten sie's auch gerne so wie's immer schon war.
- Die Unterschriften-Sammelaktion war/ist geprägt von „Drückermethoden“, die eigentlich nur zu verurteilen sind und im üblichen Geschäftsgebaren zum Glück mittlerweile verboten sind.
- Wodurch zeichnet sich eigentlich besagte „Bürger“initiative aus? Was macht sie zu „pro Mensch“? Sie sollten sich eher „kontra saubere Energie“ nennen – das wäre wenigstens ehrlich!
- Mit gesundheitlichen Bedenken zu „argumentieren“ ist die übelste Form der Panikmache. Wie bereits in diversen Interviews erwähnt, erzeugen gerade diese Bedenken selbst die gesundheitlichen Probleme!
Robert Sack - 10. Feb, 17:00
Die folgenden Statements sind der Webseite der Windkraftgegner entnommen (zuletzt abgerufen am 10.2.2014 um 06:00). Zu JEDEM der angeführten Punkte existiert eine Richtigstellung, die unterhalb zu lesen ist.
Machen Sie sich selbst ein Bild!
Ohne Windkraft gibt es Atomstrom
Falsch! Denn Österreich hat beschlossen, dass ab 1.1.2015 absolut kein Atomstrom mehr nach Österreich importiert werden darf.
Im Moment liegt der Anteil beim Strombedarf für die Industrie bei 3-6%. Das ist bedauerlich, aber es gibt ja auch (große) Anbieter die 100% Ökostrom aus z.B. Wasserkraft garantieren.
Richtigstellung: Ohne erneuerbare Energien (und den Ausbau derselben) bleiben wir (und damit meine ich die Himberger, Österreicher, Europäer und Menschen) von fossilen Energieträgern (=Erdöl, Erdgas) und eben auch Atomstrom abhängig.
Unser Energiebedarf wird kaum geringer werden und schließlich muss die Energie irgendwo erzeugt werden. Und auch wenn Österreich beschließt, dass kein Atomstrom importiert werden darf, so existiert immer noch ein europaweites Stromnetz, in dem Österreich keinen Inselbetrieb darstellen wird.
Windkraft (Energiegewinnung aus Wind) ist ein Teil des sinnvoll nutzbaren Mixes aus erneuerbaren Energien. Und diese Windkraft kann man bei uns (Industrieviertel) gut nutzen, da hier eben der Wind weht.
Windstrom beeinträchtigt nicht die Umwelt
Falsch! Denn abgesehen von der optischen Beeinträchtigung wird pro Windrad ein etwa 30m tiefes (inkl. Pylonen) Fundament mit bis zu 1.400 m3 Stahlbeton benötigt. Windräder sind laut Kronen Zeitung außerdem schon jetzt jährlich für den Tod von etwa 20.000 Vögel verantwortlich. Und über mögliche, gesundheitliche Auswirkungen auf uns Menschen wird von Ärzten und Institutionen ebenfalls bereits berichtet. Vor 30 Jahren wusste man auch noch nicht, dass Tabak gesundheitsschädlich ist und wie ist der Wissenstand heute? Deshalb fordern wir größere Abstände bis es Langzeitstudien gibt und negative Beeinträchtigung auf uns Menschen 100% ausgeschlossen ist.
Richtigstellung: Die optische Beeinträchtigung liegt immer auch im Auge des Betrachters. Zudem ist das Landschaftsbild auch Gewohnheitssache. So haben um die Jahrhundertwende Zeitgenossen das Verschwinden der Windmühlen(!) beklagt.
Das Argument, die Fundamente würden die Umwelt schädigen, ist in dieser Form unhaltbar. Denn: jedes Haus - mit oder ohne Keller - versiegelt den darunter liegenden Boden und erstickt somit das Leben darunter. Und zwar egal, wie tief gegraben wird!
Ja, wir (Himberger und alle anderen Menschen auch) hinterlassen einen Fußabdruck auf unserer Welt. Doch wie groß dieser ist, ist die entscheidende Frage. Und Windräder haben im Vergleich zu der gelieferten Energie einen äußerst kleinen ökologischen Fußabdruck!
Was den Tod der Vögel betrifft, so verweisen wir gerne auf einen – auch auf unserer Facebook-Seite verlinkten – Artikel einer Vogelschutzorganisation, die selbst ein Windrad aufstellt. Deren Argument ist einfach wie einleuchtend: durch die Vermeidung von CO2 werden viel mehr Vögel gerettet als durch das Windrad je ums Leben kommen.
Außerdem: was sind das für Zahlen? 20.000 Vögel jährlich & weltweit? Bei 200.000 Windrädern 2012 (Quelle: Wikipedia) sind das pro 10 Windräder 1 Vogel pro Jahr. Dem gegenüber sterben täglich(!) in Europa(!) 250.000 Vögel durch Zusammenprall mit ruhenden Objekten (Quelle: ebenfalls Wikipedia & dort mit Verweisen auf internationale Studien).
Windstrom ist besser als Atomstrom
Stimmt. ABER: Noch besser ist z.B. Strom aus Wasserkraft. In Österreich werden derzeit 60% des Stroms mit Wasserkraft produziert. Würden unsere bestehenden Wasserkraftwerke modernisiert werden, könnten wir möglicherweise sogar 100% des Stromes mit Wasserkraft abdecken. Im Vergleich dazu sind die momentanen 4% aus Windkraft gerade zu vernachlässigbar, vor allem dann, wenn man die Beeinträchtigung unserer Natur sieht.
Richtigstellung: Aha! Also Windkraft bei uns nicht, aber Wasserkraft woanders ausbauen?! Na, da wären wir neugierig, wenn im Himberger Ortsgebiet ein Wasserkraftwerk geplant werden würde, wie schnell sich hier die Gegner formieren würden.
Es scheint hier eher nach dem Floriani-Prinzip „argumentiert“ zu werden („Alles toll, aber nicht bei uns, sondern beim Nachbarn!“).
Und die momentanen 4% aus Windkraft sind deswegen nur 4% (und damit vernachlässigbar), weil den Menschen oft mit unsachlichen Halbinformationen Angst gemacht wird, und dadurch versucht wird zu verhindern, dass es mehr werden. Denn Potential hätte die Windkraft in Österreich (im besonderen in Niederösterreich) mehr als genug.
Windkraft kommt unseren Kindern zu Gute
Wir produzieren also jetzt schon den Strom für unsere Kinder? Wo wird er aufgehoben?
Die Wahrheit ist: Windkraft kommt vor allem den Betreibern, den Grundeigentümern und Gemeindekassen zu Gute.
Richtigstellung: Ja, Windkraft und der Ausbau der erneuerbaren Energien kommt unseren Kindern zu Gute. Denn diese werden nicht mehr auf die (un-)erschöpflichen Ressourcen der fossilen Energien (=Erdöl, Erdgas) zurückgreifen können. Und werden dankbar sein, wenn wir eine Umwelt hinterlassen, in der einerseits ausreichend Energie verfügbar ist (niemand mag zurück in die Steinzeit!) und andererseits die Luft nach wie vor sauber ist. Beispiele aus Asien zeigen, wie Energie auch erzeugt werden kann – und das wollen nicht einmal die Gegner der Windkraft. (Suchen Sie beispielsweise nach Bildern zu „Peking“ & „Smog“)
Windstrom ist billig
Falsch! Denn ein Windrad kostet bis zu 5 Millionen Euro, ohne dazugehörige Leitungen und Umspannwerke. Die Kosten dafür, sowie die Kosten für den Betrieb wird aus dem Ökotopf bezahlt den wie Bürger füttern! Außerdem: „Normaler“ Strom kostet uns im Moment ca. 4 Cent pro kw/h, geförderter Windstrom hingegen 9,5 Cent. Soviel zu billiger …
Richtigstellung: In den besagten „Ökotopf“ zahlen ohnehin alle Bürger (Österreicher) ein. Die HimbergerInnen haben einfach die Chance aus diesem Topf etwas zu bekommen. Fein, oder?
Und wieder diese Zahlen! 4 Cent/kWh? Als privater Nutzer bezahlt man derzeit etwas mehr als 15 Cent/kWh.
Was die Produktionskosten betrifft, gilt hier eine ganz andere Rechnung. In dieser steigen nämlich nach heutiger Sichtweise die Kraftwerke auf Basis fossiler Brennstoffe eindeutig am besten aus. Und zwar schlicht und einfach deswegen, weil diese Brennstoffe sehr billig verfügbar sind. Nur leider begrenzt! Erneuerbare Energien sind allerdings (wie schon aus dem Namen hervorgeht) immer wieder neu verfügbar und damit kein Raubbau an der Natur, sondern die Nutzung der Ressourcen, die uns die Sonne täglich an neuer Energie liefert.
Wir brauchen Windstrom, sonst kommt bald kein Strom mehr aus der Steckdose!
Falsch! Denn Österreich produziert bereits so viel Ökostrom, dass wir diesen zu Spitzenzeiten unter dem Marktpreis in das Ausland verkaufen müssen.
Richtigstellung: Erstens: der Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose, sondern muss auf irgendeine Art und Weise erzeugt werden. Das geschieht in Kraftwerken. Diese basieren entweder auf Ressourcen der Erde (diese sind begrenzt und gehen laut diverser Studien in absehbarer Zeit zur Neige), oder auf den täglich neu gelieferten Energien der Sonne (ja, auch Windkraft kommt eigentlich von der Sonne!) - diese gehen nämlich nicht zur Neige!
Was sogenannte Überproduktionen betrifft, so gibt es europäische Strombörsen, in denen mit Strom gehandelt wird – und zwar immer zum Marktpreis (der entsteht ja genau dort!). Und zwar wird gehandelt, um eben immer die richtige Menge an Strom verfügbar zu machen, damit jeder von uns Fernseher, Waschmaschine, … zu jeder Zeit aufdrehen kann. Und Österreich kauft und verkauft an diesen Strombörsen.
Wir warten auf den Entscheid des Landes (voraussichtlich Mai 2014), vorher passiert eh nichts
Falsch! Die Gemeinden verschweigen, dass es bereits teilweise fix fertige Verträge gibt, die zum Großteil auch schon unterschrieben sind. Auch an der Umweltverträglichkeitsprüfung wird bereits heftig gearbeitet, um möglichst schnell alles unter Dach und Fach zu bringen, bevor der Widerstand zu groß wird.
Richtigstellung: Nachdem die Initiative Pro Mensch offensichtlich Zugang zu kolportierten Geheimverträgen hat, wäre es natürlich hilfreich, diese nicht nur vage zu erwähnen, sondern auch zu benennen, wörtlich zu zitieren oder zu verlinken.
An den konkreten Umweltverträglichkeitsprüfungen kann nicht gearbeitet werden, da es keine konkreten Standorte gibt. Ja, selbstverständlich wurden die im Zonenplan bezeichneten Gebiete im Vorfeld geprüft, ob hier überhaupt Windräder gebaut werden könnten.
Trotzdem muss jedes einzelne Windrad durch ein UVP-Verfahren geprüft werden, damit auch sicher keine Beeinträchtigung der Umwelt entsteht. Dort wird die Zahl der möglichen Windräder wieder reduziert werden.
Durch die Windräder bekommt die Gemeinde eine Wertschöpfung
Stimmt! Aber: die bezahlen wir selbst! In den betroffenen Gemeinden gibt es ca. 10.000 Haushalte. Diese Haushalte bezahlen 2013 650.000,- Euro, 2014 werden es 830.000 Euro und 2017 sogar 1 Million Euro an Ökostrom Förderung sein.
Daraus wird die „Wertschöpfung“ der Gemeinde gewonnen die wozu gebraucht wird? Um Budgetlöcher zu stopfen?
Richtigstellung: Die besagte Ökostromförderung bezahlen die angesprochenen Haushalte sowieso. In Himberg (und Umgebung) haben wir die Möglichkeit (hauptsächlich durch Windenergie) Geld aus diesem Topf zu erhalten. Mit Wasserkraft wird das bei uns wohl kaum gelingen – der kalte Gang reicht kaum für ein Wasserkraftwerk!
Wozu das Geld in der Gemeinde verwendet wird, ist ein ganz anderes Thema und hat in der Diskussion über Windräder nichts verloren!
Der Strom ist für unsere Gemeinde
Falsch! Der Strom von den Windkrafträdern wird in das europäische Gesamt-Stromnetz eingespeist. Das Einzige, das wir davon mit Sicherheit haben, ist eine beeinträchtigte Natur und die mögliche Gefährdung unserer Gesundheit.
Richtigstellung: zum Thema der möglichen Gefährdung der Gesundheit: bitte um konkrete und nachgewiesene Punkte (Zum Beispiel sind Beeinträchtigungen durch Infraschall nicht nachgewiesen bzw. es ist nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nachgewiesen, dass der Schall unterhalb der Wahrnehmungsschwelle ist!). Angst machen alleine bringt hier niemanden weiter (nach dem Motto: „wir wissen nicht, ob's nicht doch gefährlich ist, und deswegen fürchten wir uns präventiv“).
Und ja, der Strom wird (wie jeder andere Strom, der erzeugt wird) in ein gemeinsames europäisches Netz eingespeist. Daher sind Aussagen wie „wir haben keinen Atomstrom in Österreich“ falsch, irreführend und sinnfrei. Ebenso sind auch „Argumente“ wie „ob in Frankreich der Strom aus Atomenergie kommt, kann uns egal sein“ blanker Unsinn.
Die Gemeinde wird stromautark
Falsch! Das wäre zwar schön, ist aber mit Windkraft unmöglich. Denn wenn der Wind einmal nicht ausreichend weht, muss man den Strom von woanders beziehen. Oder baut sich die Gemeinde dann auch noch ein kalorisches Kraftwerk dazu?
Richtigstellung: es würde nach Errichtung der Windräder mehr Energie in Himberg erzeugt werden, als in Himberg verbraucht wird. Mit Autarkie hat das nur wenig zu tun. Siehe auch „Europäisches Stromnetz“. Es gibt keine Autarkie innerhalb des europäischen Stromnetzes (von ein paar wenigen privaten Inselbetreibern abgesehen). Damit ist auch der Wunsch danach sehr blauäugig.
Und weil der Wind nicht immer überall ausreichend weht, brauchen wir das europäische Stromnetz, damit Ungleichheiten hier ausgeglichen werden können. Und wir brauchen einen Mix aus verschiedenen Formen von Energieerzeugung – erneuerbarer Energieerzeugung!
Robert Sack - 10. Feb, 16:00